Einzelausstellungen/Solo Exhibitions
2007
european film festival estoril 2007
GALERIA DE ARTE DO CASINO ESTORIL
WERNER SCHROETER, PHOTOGRAPHS
10.11.2007 - 17.11.2007
2008
Jörg Heitsch Galerie am Gärtnerplatz, München
WERNER SCHROETER
AUTREFOIS et TOUJOURS
17.01. bis 07.02.2014
In Zusammenarbeit mit Christian Holzfuss Fine Arts Berlin, Transit Film München und dem Goethe-Institut München
Vernissage: Freitag, 16.01.2009
Sondervorstellung von "Willow Springs": Freitag, 16. Januar 2009, 16.00 Uhr
Filmmuseum München
2009
Haus am Lützowplatz, Berlin
WERNER SCHROETER
AUTREFOIS et TOUJOURS
mit einer Hommage an Leutréamont und Weihnachten 2009
Fotoarbeiten 1973 - 2009
27.12.2009 - 28. Februar 2010
Eröffnung und Inszenierung am 26. Dezember 2009 um 19 Uhr
Inszenierungen am 28., 29. und 30. Dezember 2009, jemweils um 19 Uhr
Gespräch zwischen Werner Schroeter und Dr. Alexandra von Stosch:30. Januar 2010 um 20 Uhr
2010/2011
Centre Pompidou, Paris
Galerie VÙ, Paris
WERNER SCHROETER
Photographies 1973 - 2009
AUTREFOIS et TOUJOURS
POUR LA PREMIÈRE FOIS EN FRANCE
DU 15 DÈCEMBRE 2010 AU 29 JANVIER 2011
Catalogue Retrospektive
Ausstellungsbeteiligungen/Group Exhibitions
2010
Schwules Museum, Berlin
Maria, Magdalena und all die Andern
Hommage zu Werner Schroeters 65. Geburtstag
24.03.2010 - 28.06.2010
AUSSTELLUNG WERNER SCHROETER
"Verehrtes Publikum, liebe Gäste und Freunde, liebe Karin Pott, lieber Christian Holzfuß und lieber Frieder Schleich,
Lieber Werner,
eines Abends hast Du mich gefragt, ob ich nicht einige Worte zur Eröffnung Deiner Ausstellung sagen kann. Es ist mir eine Ehre dies zu tun und es ist weniger eine Rede, eher sind es die Gedanken, die uns beide durch eine sehr langen Freundschaft und intensiver Zusammenarbeit verbindet. Es ist eine Art Brief, den ich hier lese.
Dein fotografisches Werk, das hier ans Licht und an die Öffentlichkeit kommt, ist der Schlüssel zu deiner ganz und gar persönlichen und existenziellen Bildwelt. Zugleich verstehe ich diese Fotografien als Stationen und Initialen deines außergewöhnlichen Lebenswerks.
Für mich sind diese Menschen, die Körper, die Gesichter, aber auch die Landschaften -Portraits. Es ist die Intensität der Farben, des Lichtes und der Schatten, es ist Ausstrahlung. Das Schwarz und das Weiß der Fotografien erzählt etwas vom Unsagbaren, von der Poesie deines musikalisches Sehens.
Es ist Einfachheit und Spontaneität, die diese Fotografie entstehen lassen und es ist die Art deiner Kommunikation, die sich darin zeigt und die mich als Betrachterin sehr bewegt. Es ist die Leuchtkraft der Bilder, eine Lasur durch Licht, die eine Tiefe erzeugt, die gleichsam das Dargestellte durchdringt. Dazu kommen auch Fragen, die uns das Medium selbst immer wieder aufs Neue stellt.
Was beginne ich durch diese Fotografie – anders zu sehen?
In der Fotografie haben wir es mit einem spezifischen Medium der Erinnerung zu tun.
Der Film als Medium ist eine vielschichtige Spiegelung. Die erzählende Bewegung. Das Drama, die Reflektion. Das Spiel. Eine Form von Kommunikation. Die Fotografie ist viel verschwiegener. Sie wirkt gegenläufig. Sie macht etwas mit unserer Wahrnehmung, mit unserem Gehirn und den Sinnen. Sie fordert uns auf, innezuhalten.
Wie die Fotografen selbst, die durch das Auslösen ihres Apparates einen bestimmten und für sie entscheidenden Moment im Zeitfluss festhalten. So können wir in der Folge Fotografien so lange betrachten, wie wir das möchten und einen Dialog mit ihnen und uns selbst beginnen.
Die Fotografien geben einen besonderen Impuls den Spuren des Lichtes zu folgen.
Werner Schroeter ist für mich der Fotograf, dessen Wahrnehmung sich mit zwei Ebenen verbündet, und der sich als Künstler ihrer Co-Existenz annimmt. Hier korrespondiert das Sichtbare mit dem Unsichtbaren. Das Vergängliche ist konkret, grausam und zärtlich zugleich.
Film und Fotografie befinden sich hier in einem Schwebezustand der Wahrnehmung.
Das Gesicht und der Körper, die Gesten, der sie umgebende Raum – sie sind Erfahrung und Fragestellung zugleich. Sie ereignen sich in einem Augenblick der Poesie und der Imagination. Als Liebeserklärung dem Leben und den Menschen gegenüber, die vor Werner Schroeters Kameraauge treten. Es ist der Apparat, der sich in den Händen Werner Schroeters als einfaches Werkzeug ohne Selbstzweck behauptet. Das Licht definiert die Schatten. Das Auge findet das Bild.
Dazu kommt sicher die Einsicht, von der schon Walter Benjamin schreibt:
Es ist ja eine andere Natur, welche zur Kamera als welche zum Auge spricht; anders vor allem so, dass an die Stelle eines vom Menschen mit Bewusstsein durchwirkten Raumes ein unbewusst durchwirkter tritt.
Benjamin spricht vom winzigen Fünkchen Zufall in einer Fotografie, vom Hier und Jetzt, mit dem die Wirklichkeit den Bildcharakter gleichsam durchsengt, wo sich das eben Vergangene mit dem Heute trifft, wenn wir Fotografie betrachten.
Lieber Werner, in einem unserer Gespräche hast du mir vor einiger Zeit gesagt:
Aber das Wesentliche auf diesen Bildern ist der Mensch, der dargestellt wird mit seiner ganz einfachen Klarheit. Und damit ist er auch schön. Also ich finde das spricht zum Herzen. Diese Menschen verstellen sich nicht und sind auch nicht überarrangiert auf den Bildern. Sie kommen eigentlich zu dem Recht, das sie haben darzustellen, ohne Verbiegung, wenn ich so sagen darf und ohne technische Tricks.
Meine Fotos sind ja auch, selbst wenn sie in düstersten Räumen (entstanden) sind und mit sieben Sekunden belichtet aus der Hand - das ist ja fast alles ohne Blitz – es ist so einfach wie möglich gemacht - damit dem berichteten Objekt, dem dargestellten Menschen, dem dargestellten Wesen, der dargestellten Landschaft Gerechtigkeit widerfährt. Ohne dass dazwischen zu viel Technologie und zuviel...äußerer Aufwand ist, ohne dass Technik und Handwerk sich zwischen mich und den Dargestellten oder das Dargestellte...einschmuggeln. Das habe ich nie gemocht, übrigens im Film genau so wenig.
Lieber Werner,
es ist mir eine große und besondere Freude, diese Ausstellung hier im Haus am Lützowplatz zu sehen.
Elfi Mikesch
Berlin, 26. Dezember 2009
Anlässlich der Ausstellung
WERNER SCHROETER
Autrefois Et Toujours
Haus am Luetzowplatz Berlin
Lützowplatz 9
10785 Berlin